Das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) forscht in drei übergeordneten Forschungsfeldern zu den historischen und ökonomischen Entwicklungen Ost- und Südosteuropas:

Im Rahmen dieser Forschungsfelder werden Schwerpunkte und Forschungsprojekte entwickelt, die sich für die Untersuchungsregion zentralen Fragen widmen und wissenschaftliches Neuland betreten sollen. Das Forschungsprogramm beruht dabei auf drei Prämissen:

a) räumlich: Das Interessensgebiet des IOS umfasst Osteuropa, einschl. der zentralasiatischen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, sowie Südosteuropa einschließlich der Türkei. Dieser Raum ist geprägt durch die lange Zugehörigkeit zu den Vielvölkerreichen der Romanovs, der Habsburger und der Osmanen sowie – in seinem größten Teil – durch das staatssozialistische Erbe. Der Untersuchungsraum wird dabei nicht holistisch betrachtet, sondern in vergleichenden und transnationalen Perspektiven erforscht. Der genaue räumliche Bezug hängt daher von der jeweiligen Fragestellung ab. 

b) disziplinär: Das IOS betreibt wirtschafts- und geschichtswissenschaftliche Forschung. Die Kombination dieser beiden Disziplinen stellt ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen regionalwissenschaftlichen Einrichtungen dar. Die Betonung interdisziplinärer Schnittstellen und gemeinsamer Fragestellungen liegt dabei auf der Hand; die (mono-)disziplinären Verankerungen sind allerdings ebenso wichtig. 

c) thematisch: Die für die Untersuchungsregion spezifischen Entwicklungsprozesse, deren Ursachen, Dynamiken und Wirkungen am IOS erforscht werden, können in ihren historischen und ökonomischen Dimensionen anhand von drei Gegensatzpaaren charakterisiert werden:

  • Konvergenz vs. Divergenz
  • Kontinuität vs. Diskontinuität
  • Verflechtung vs. Abgrenzung

Diese Begriffspaare bilden eine Klammer um die konkreten Fragestellungen der einzelnen Forschungsprojekte und stellen einen gemeinsamen Erkenntnishorizont her.