IOS-NEWSLETTER 
Forschung, Veranstaltungen, Publikationen

Corruption in Eastern/Southeastern Europe and Latin America: Comparative Perspectives

Fifth Annual Conference of the Institute for East and Southeast European Studies
29 June – 1 July 2017, IOS Regensburg.
Flyer
Plakat
Anmeldung zur Eröffnungsveranstaltung

Seminarreihe des Arbeitsbereichs Ökonomie am IOS

Zeit: Dienstag, 13.30–15.00 Uhr
Ort: WiOS, Landshuter Str. 4 (Raum 109)
Programm Sommer 2017

Forschungskolloquium: „Geschichte und Sozialanthropologie Südost‐ und Osteuropas“

Zeit: Donnerstag, 14–16 Uhr
Ort: WiOS, Landshuter Str. 4 (Raum 017)
Programm Sommersemester 2017

1st Corridors Young Researchers Workshop

Obstacles and Opportunities for Dialogue and Cooperation in Protracted Conflicts.
September 3 – 9, 2017, Regenstauf (Germany)
Call for Participants.
The application deadline is June 30.

Sommerschule: Deutsche Lebensbilder aus Galizien (1914-1940)

L’viv, 24.9.-1.10. 2017
Anmeldeschluss: 12. Juni 2017

Freie Stellen Text
Gastwiss. Programm Text
Leibniz

Der ost- und südosteuropäische Raum wurde/wird in Vergangenheit wie Gegenwart durch intensive Verflechtungen innerhalb der Region sowie mit anderen Teilen der Welt bestimmt. Diese Beziehungen wirken in vielfältiger Weise auf die Region zurück. Die Besonderheiten Ost- und Südosteuropas im Vergleich zu anderen Teilen des Kontinents entspringen auch aus den spezifischen Verbindungen der Region mit Gebieten jenseits Europas (zum Beispiel Russlands mit Zentralasien und Ostasien oder des Balkans – in einer historischen Perspektive – mit dem Nahen Osten). Der Fokus auf Beziehungsgeflechte und Verflechtungen rückt die Frage nach Pfadabhängigkeiten in ein neues Licht: Führen Transfers zu mehr Konvergenz, sind sie eher ein Faktor der Reproduktion von Divergenz oder lässt sich gar kein Zusammenhang erkennen? Umgekehrt stellt sich die Frage nach den Faktoren und Konstellationen, die bestimmte Formen des Austausches ermöglichen oder behindern. Dabei geht es nicht nur um grenzüberschreitenden Austausch, sondern auch um Interaktionen innerhalb staatlicher Einheiten. Deswegen gilt es, die geografische Reichweite, die Interaktionen sowie die spezifische Relevanz von Austauschbeziehungen empirisch festzustellen.

Diese Beziehungen interagieren mit den innergesellschaftlichen Institutionen und basieren auf konkreten Interessen, Erfahrungen und Vorstellungen. Transferprozesse wirken auf Institutionen zurück, bringen aber auch neue Institutionen hervor. Diese Interdependenz zwischen Verflechtung und Institutionenbildung wird anhand ausgewählter Themen analysiert. Damit soll auch ein Beitrag zu einem nuancierten Verständnis des Platzes Ost- und Südosteuropas in der Welt und der Ausprägungen von Globalisierungsprozessen in der Region geleistet werden. Fokussiert werden zwei miteinander interagierende Phänomene, die von zentraler Bedeutung für den gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel in der Region sind: Migration und Handel. In beiden Fällen werden auch zugrunde liegende Wissensordnungen und ihre Veränderungen durch Migration und Handel untersucht.

 

Außen- und Binnenmigration

Ost- und Südosteuropa bilden eine Region besonders intensiver Außen- und Binnenmigration sowohl in Vergangenheit als auch Gegenwart. Die Region kann regelrecht als Laboratorium für die Analyse zentraler Fragestellungen der historischen und sozialwissenschaftlichen Migrationsforschung dienen. Mit konkreten Projekten werden die Migrationsmotive, die Migration bedingenden und beeinflussenden Faktoren sowie die soziokulturellen und ökonomischen Konsequenzen von Migration untersucht. Darüber hinaus geht es auch um die Analyse politischer Steuerungsversuche und gesellschaftlicher Problemwahrnehmungen (Projekte: „Dynamiken und Wirkungen der Überseeemigration aus Südosteuropa im 19. und 20. Jh.“; „Migrationspolitik und Türkei-Auswanderung in Jugoslawien, 20. Jh."„Migration und Rimessen in Zentralasien: Kasachstan und Tadschikistan im Vergleich“; „Lebens(un)zufriedenheit und Migrationsentscheidung in Zentral- und Osteuropa“). Um die konkreten Folgen von Migration für institutionelle Arrangements und damit verbundene Wissensordnungen erklären zu können, ist es notwendig, die Wahrnehmungen, Handlungsmuster und sozialen Erfahrungsräume konkreter Akteure in den Blick zu nehmen (Projekte: „Donauwörth – Zürich – Aarau – Kazan’: Der Lebensweg von Franz Xaver Bronner, 1758–1850“; „Erik-Amburger Datenbank zu Ausländern im vorrevolutionären Russland“; „‚Russische‘ Doktorinnen deutscher Universitäten, 1873–1918“; „Transnationale Konzepte für Bessarabien nach 1917“).

 

Handel

Bei der Untersuchung von Handel geht es insbesondere um die Analyse der Wechselwirkungen zwischen ökonomischem Austausch einerseits und der Entwicklung von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen andererseits. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive sind die Erkenntnis leitenden Forschungsfragen:

  1. Wie kommen Handelsmuster zustande?
  2. Wie werden Handelspartner bestimmt?
  3. Wie beeinflusst technisches Wissen den Austausch von Ideen, Spezialisierung und Arbeitsteilung?
  4. Welche Rückwirkungen haben Außenhandelsstrukturen auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung einzelner Länder?

(Projekte: „Interdependenzen zwischen Handelsmustern und institutionellem Wandel am konkreten Beispiel der Durchsetzbarkeit von Verträgen vor und nach der Transformation“; „Modellierung von handels- und umweltpolitischen Maßnahmen und deren Effizienz- und Verteilungswirkungen“; „Sektorale und betriebliche Effekte von Handels- und Investitionsströmen zwischen Ost- und Westeuropa im Zuge der Globalisierung“). Die historischen Projekte zielen auf die detaillierte Analyse der konkreten Träger von Handelsbeziehungen:

  1. Welche Interessen verfolgten sie, welche Beschränkungen und Möglichkeiten nahmen sie wahr?
  2. Welche Rolle spielten ihre Wissensbestände?
  3. Wie veränderten ihre Handlungen die institutionellen Konfigurationen?

(Projekte: „Kaufmännische Lebenswelten zwischen Karpaten und Schwarzem Meer vor der Gründung von Nationalstaaten“; „Wechselwirkungen zwischen länderspezifischen Versuchen sozialistischer Wirtschaftsreformen und den Integrationsbemühungen im RGW“).