IOS-NEWSLETTER 
Forschung, Veranstaltungen, Publikationen

Seminarreihe des Arbeitsbereichs Ökonomie am IOS

Zeit: Dienstag, 13.30–15.00 Uhr
Ort: Leibniz-Institut für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS), Landshuter Str. 4 (Raum 109)
Programm Sommer 2018

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4. Juli 2018
Publikationen

Economic Systems: Impact Factor weiter angestiegen

Der neueste Journal Citations Report von Thomson Reuters dokumentiert einen weiteren Anstieg des Impact Factors für Economic Systems, nun auf 1,261 für das Jahr 2017. Im zweiten Jahr in Folge ist das der höchste Impact Factor aller Zeitschriften auf dem Gebiet der komparativen Wirtschaftsforschung. 
Das Juni-Heft 2018 enthält dreizehn Beiträge mit direktem Bezug zu den Volkswirtschaften Ost- oder Südosteuropas bzw. aus der komparativen Wirtschaftsforschung. Beides wird im Beitrag von Michal Brzezinski (Income inequality and the Great Recession in Central and Eastern Europe) beispielhaft illustriert: Der Autor nutzt EU-SILC-Daten (European Union Statistics on Income and Living Conditions) um Änderungen in Ungleichheitsmaßen mithilfe einer Oaxaca-Blinder Dekomposition zu analysieren. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass erhebliche Zunahmen der Ungleichheit in der Region im Gefolge der Währungs- und Finanzkrise v.a. auf fallende Vollbeschäftigungsquoten zurück zu führen waren. Zunahmen von Teilzeitbeschäftigung hatten demgegenüber gar keinen oder bestenfalls einen eher abmildernden Effekt auf die Einkommensungleichheit in Mittel- und Osteuropa.
Mohammad Reza Farzanegan, Christian Lessmann und Gunther Markwardt (Natural resource rents and internal conflicts. Can decentralization lift the curse?) gehen der Frage nach, inwieweit die regionale Dezentralisierung eines Landes das Risiko interner Konflikte, die durch Verteilungskämpfe um Ressourcenrenten hervorgerufen werden, verringern kann. Auf der Basis von Paneldaten aus mehr als 90 Ländern, über den Zeitraum zwischen 1984 und 2004, bestätigen die Autoren zunächst, dass die Existenz von Ressourcenrenten das Auftreten interner Konflikte erhöht. Gleichzeitig kann eine politische Dezentralisierung dieses Risiko signifikant verringern. Im lead article dieses Heftes analysieren Michael Alexeev und Andrey Chernyavskiy (A tale of two crises: Federal transfers and regional economies in Russia in 2009 and 2014-2015) Transfers aus dem Budget der Russischen Föderation in die Regionen während zweier jüngerer Wirtschaftskrisen. Die Autoren stellen dabei einen offensichtlichen Politikwechsel fest: Waren diese Transfers 2009 noch groß, und zielten v.a. auf ärmere Regionen ab, war beides in den Jahren 2014 bzw. 2015 nicht mehr ausgeprägt. Da diese Entwicklung durch einen starken negativen Trend in den eigenen Einnahmen ärmerer Regionen begleitet wurde, ist die interregionale Ungleichheit der Budgetausgaben in Russland entsprechend sehr stark angestiegen. Das hat wichtige Konsequenzen für Investitionen sowie für alle Ausgaben für Ausbildung, Wohnungsbau und Gesundheitswesen.