Open Access am Leibniz‐Institut für Ost- und Südosteuropaforschung

Ziele und Empfehlungen

Motivation

Das Leibniz‐Institut für Ost‐ und Südosteuropaforschung (IOS) unterstützt die wissen­schaftspolitische Forderung nach offenem Zugang („Open Access“) zu wissenschaftli­chem Wissen, wie sie in der „Berliner Erklärung“ vom Oktober 2003 und der „Leitlinie zu Open Access in der Leibniz‐Gemeinschaft“ formuliert wurde. Durch den Wegfalltechnischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren für die Nutzung von wissenschaftlichen Publikationen trägt Open Access zur Beschleunigung wissenschaftlicher Innovationsprozesse und der Verbesserung der Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen bei. Dadurch werden Wissenschaftler/innen in der ganzen Welt in ihrer Forschung unterstützt; der offene Zugang zu den Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung steigert ihren Nutzen und trägt damit zur Mehrung des gesellschaftlichen Wohles bei.

Empfehlungen und Verpflichtungen

Die Forschungsergebnisse, Forschungsdaten und wissenschaftlichen Publikationen der Wissenschaftler/innen des IOS vollständig nachzuweisen und für die Öffentlichkeit schnellstmöglich frei zugänglich zu machen, ist das Ziel der Maßnahmen des IOS zu Open Access. Das IOS setzt sich für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht und die Nutzung offener Lizenzen unter Wahrung der Interessen der Wissenschaftler/innen ein. Die Wissenschaftler/innen des IOS sollen daher ihre Publikationen nach Möglichkeit im Open Access veröffentlichen („goldener Weg“). Das IOS empfiehlt dabei freie Nutzungslizenzen zu verwenden. Für den Fall einer parallelen Publikation bzw. nachträglichen Veröffentlichung im Open Access („grüner Weg“) sind die Wissenschaftler/innen aufge­fordert, ihr Zweitveröffentlichungsrecht wahrzunehmen. Dafür erhalten sie Unterstützung und Beratung durch das Institut, etwa bei Autorenvertragsabschlüssen hinsichtlich der Nutzerrechte an Publikationen.

Durch den Aufbau einer qualitativ hochwertigen Publikationsinfrastruktur am IOS, zum Beispiel durch die elektronischen Angebote unserer Zeitschriften oder den Aufbau eines Dokumentenservers für „grün“ Veröffentlichtes der Wissenschaftler/innen des IOS, sollen die Forscher/innen in ihrer Publikationstätigkeit unterstützt werden. Damit kann auch die langfristige Sichtbarkeit sowie Verfügbarkeit ihrer Forschungspublikationen sichergestellt werden. Auch bei seinen eigenen Zeitschriften und Buchreihen verfolgt das IOS das Ziel, Inhalte möglichst frühzeitig elektronisch und kostenfrei zugänglich zu machen. Es unterstützt–in Abhängigkeit von der Publikationskultur des jeweiligen Faches und den Vertragsverhältnissen– nachdrücklich das Ziel einer großflächigen Open Access‐Transformation wissenschaftlicher Zeitschriften. Dabei werden keine Publikationsgebühren von Autor/inn/en verlangt.

Das IOS ist sich der unterschiedlichen Publikationskulturen bewusst, die für die Wirtschaftswissenschaften wie für die Geistes‐ und Sozialwissenschaften im Hause maßgeblich sind. Deren jeweilige Bedürfnisse wird das IOS bei allen Maßnahmen zur Förderung von Open Access stets zum Bestandteil seiner Überlegungen machen.

Umsetzung

Zur Erreichung dieser Open Access‐Ziele wird das IOS folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Das IOS setzt sich im Kontext der Leibniz‐Gemeinschaft für die finanzielle Unterstützung unterschiedlicher Publikationsformen ein. Open Access muss dabei den Erfolg für die Wissenschaftler/innen des IOS sowie den Gewinn für die Wissenschaft in den Vordergrund stellen und darf nicht auf die Interessen Dritter fokussiert werden.

  • Im Rahmen seiner Möglichkeiten wird das IOS darüber hinaus eigenefinanzielle Mittel für Open Access‐Publikationen seiner Mitarbeiter/innen zur Verfügung stellen.

  • Das IOS wird seine Mitarbeiter/innen zu Open Access informieren und beraten sowie bei der Klärung rechtlicher Fragen im Zusammenhang mit der Open Access‐Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse unterstützen.

  • Wissenschaftler/innen sind aufgefordert, bei Vertragsabschlüssen mit Verlagen, diesen möglichst keine ausschließlichen Nutzungsrechte an ihren Publikationen einzuräumen, sondern ihr Zweitverwertungsrecht wahrzunehmen.

  • Wissenschaftler/innen sind aufgefordert, bei der Vorbereitung von Drittmittelanträgen entsprechende Gelder für Belange des Open Access mit einzuwerben.

  • Die Open Access‐Publikationen des IOS werden in den einschlägigen Fachrepositorien zeitnah zur Verfügung gestellt und in LeibnizOpen nachgewiesen.

  • Es werden weiterhin bereits vorhandene Angebote zur nachträglichen Online­stellung von Printpublikationen – wie bestehende Open Access‐Plattformen – oder originäre Open Access‐Publikationsformate in die Publikationsstrategie des IOS einbezogen. Dabei bemüht sich das IOS um möglichst kurze Embargozeiten.

  • Es wird ein/e Open Access‐Beauftragte/r ernannt.

  • Die vorliegenden Maßnahmen sind für den Zeitraum von 2018 bis 2022 geplant. Sie werden nach Ablauf dieses Zeitraums evaluiert werden.

Regensburg, 11.06.2018

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