IOS-NEWSLETTER 
Forschung, Veranstaltungen, Publikationen

Seminarreihe des Arbeitsbereichs Ökonomie am IOS

Zeit: Dienstag, 13.30–15.00 Uhr
Ort: Leibniz-Institut für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS), Landshuter Str. 4 (Raum 109)
Programm Herbst / Winter 2018/2019

Forschungslabor: „Geschichte und Sozialanthropologie Südost‐ und Osteuropas“

Zeit: Donnerstag, 14–16 Uhr
Ort: Leibniz-Institut für Ost-und Südosteuropaforschung (IOS), Landshuter Str. 4 (Raum 017)
Programm Wintersemester 2018/2019

Jüdisches Leben in Regensburg und Mitteleuropa

Eine Vortragsreihe der "Offenen Hochschule" im Hinblick auf die sich der Neueröffnung der Synagoge im Frühjahr 2019.

Veranstalter: Volkshochschule der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und der Universität Regensburg
Datum: November 2018 bis Februar 2019
Zeit: jeweils montags, von 19.30-21.00 Uhr
Ort: Lesehalle der Stadtbücherei, Haidplatz 8, 93047 Regensburg
Plakat

Jahrestagung/Annual Conference 2019:
Firms and Social Change in Eastern and Southeastern Europe. Historical, Political and Economic Perspectives
Dates: May 23–25, 2019
Location: IOS Regensburg, Landshuter Str. 4, 93047 Regensburg
Call for papers
Deadline for paper proposal submissions: December 21, 2018

Freie Stellen Text
Gastwiss. Programm Text
Leibniz

„Russische“ Doktorinnen deutscher Universitäten: Eine transnationale und transkulturelle Bildungsgeschichte

Bearbeiterin: Trude Maurer
Gefördert durch die DFG. laufzeit: 2012-2015
Deutsche Forschungsgemeinschaft

In neueren Untersuchungen werden Ausländerinnen häufig als Pionierinnen des Frauenstudiums in Deutschland apostrophiert. Dass sich deutsche Frauen im 19. Jahrhundert bei ihren Bemühungen um Zulassung gegen das Stereotyp der revolutionären „russischen“ Studentin abgrenzten und manche sich im frühen 20. Jahrhundert sogar gegen ihre Mit-Hospitantinnen wandten, da diese – im Vergleich zum deutschen Abitur – nur mangelhaft vorgebildet seien, lässt die Pioniers-These aber als zu wenig differenziert erscheinen. Daher soll für die geplante Kollektivbiographie die neben den Amerikanerinnen wichtigste Gruppe ausländischer Studentinnen untersucht werden: jene Frauen aus dem Russischen Reich, die – zunächst mit Ausnahmegenehmigungen als Gasthörerinnen, später als regulär Immatrikulierte – eine deutsche Universität erfolgreich absolvierten. Ihrer sozialen und kulturellen Herkunft nach war diese Gruppe (aus Russinnen, Jüdinnen, Polinnen, Deutschbaltinnen, Russlanddeutsche u.a.) sehr vielfältig. Viele von ihnen hatten bereits an einer russischen Frauenhochschule oder einer Schweizer Universität studiert. Insofern ist die bilaterale Beziehungsgeschichte also zugleich Teil umfassenderer transkultureller Netze. Aus den im Anhang zur Dissertation gedruckten Lebensläufen und den Promotionsakten werden die Daten zu Herkunft, Vorbildung und Studienverlauf eruiert, um daraus Studentinnentypen und Studienmuster zu abstrahieren. Ergänzend werden das Selbstverständnis dieser Frauen und deren Wahrnehmung durch ihre deutschen Lehrer untersucht. Damit soll das Projekt nicht nur die Rolle dieser Ausländerinnen für die deutsche Universitätsgeschichte klären, sondern auch zu einer Neubewertung der russischen Frauenhochschulen beitragen, die in der einheimischen Literatur gern als „Frauenuniversitäten“ bezeichnet wurden. Darüber hinaus kann durch die Einbeziehung dieser Institutionen das bislang auch in der Geschichte der Hochschulbildung asymmetrisch gesehene Verhältnis von Vorbild (Deutschland) und Nachahmer (Russland), das sich durch die Gründung der russischen Universitäten im Zuge der sog. Europäisierung ergab, überprüft werden.