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Doppeltagung (Regensburg, Marburg):

Bilder und Sprachen von Not, Gewalt und Mobilisierung. Das östliche Europa nach 1918 in medialen Repräsentationen

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1. Tagung: Der Nachkrieg
IOS Regensburg 12.–13. April 2018

Eine ausführliche Beschreibung der Tagung und des CfP finden Sie hier.

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Migrationspolitik und Türkei-Auswanderung in Jugoslawien, 20. Jh.

Projektverantwortlicher: Dr. Edvin Pezo

Die Ausgestaltung von Migrationspolitik gehört zu einem wesentlichen Merkmal staatlichen Handelns. Dabei begreifen staatliche Akteure Eingriffe in das Migrationsgeschehen vor allem als Chance zur Umsetzung nationaler, sozialer oder ökonomischer Ziele. Im Falle Jugoslawiens sah sich der Staat nach beiden Weltkriegen mit zahlreichen innenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert, die es zu bewältigen galt, um bestimmte gesellschaftspolitische Modelle verwirklichen zu können. In den südlichen Landesteilen standen die südslawisch dominierten politischen Eliten gar bedeutenden nichtslawischen muslimischen Minderheitengruppen gegenüber – vor allem Albaner und Türken –, die es zu „integrieren" galt. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen dieses Projektes ausgeleuchtet, wie Migrationspolitik in einem so ethnisch heterogenen Raum wie Jugoslawien verstanden und konstruiert wurde. Der Fokus richtet sich dabei auf den Umgang mit den nichtslawischen Muslimen, die in Makedonien, Kosovo und dem Sandžak (Grenzregion zwischen Serbien und Montenegro) beheimatet waren und auf deren Auswanderung in die Türkei. Als Untersuchungszeitraum dienen dabei die Jahre zwischen 1918 und der zweiten Hälfte der 1960er Jahre, was wiederum den Vergleich zweier politischer Systeme und deren Umgang mit dieser Frage ermöglichen soll.

 

Projektergebnisse:

Publikationen:

Zwangsmigration in Friedenszeiten? Jugoslawische Migrationspolitik und die Auswanderung von Muslimen in die Türkei (1918 bis 1966), München 2013 (Südosteuropäische Arbeiten, 146), 374 Seiten.

Komparativna analiza jugoslovensko-turske konvencije iz 1938. i "džentlemenskog sporazuma" iz 1953.: pregovori oko iseljavanja muslimana iz Jugoslavije u Tursku, in: Tokovi istorije, 2013, H. 2, 97-120.

Migrations- und Ethnopolitik in Ausnahmezeiten. Jugoslawiens Türkei-Auswanderung unter der Regierung von Milan Stojadinović (1935-1939). In: Ulf Brunnbauer/Karolina Novinšćak/Christian Voß (Hgg.): Gesellschaften in Bewegung. Emigration aus und Immigration nach Südosteuropa in Vergangenheit und Gegenwart. München, Berlin 2011 (Südosteuropa-Jahrbuch, 38), 39-59.

(Un)Erwünschte Immigranten: Die Türkei und die "koethnischen" Einwanderer aus Jugoslawien (1920er-1950er Jahre). In: Jasna Čapo Žmegač/Christian Voß/Klaus Roth (Hgg.): Co-Ethnic Migrations Compared. Central and Eastern European Contexts. München, Berlin 2010 (Studies on Language and Culture in Central and Eastern Europe, 14), 263-278.

O "jugoslovenskim" iseljenicima u Turskoj (1918-1960), in: Slovo Gorčina, 32/2010, 48-52.

"Re-Conquering" Space. Yugoslav Migration Policies and the Emigration of Non-Slavic Muslims to Turkey (1918-1941). In: Ulf Brunnbauer (Hg.): Transnational Societies, Transterritorial Politics. Migrations in the (Post-)Yugoslav Region 19th-21st Century. München 2009 (Südosteuropäische Arbeiten, 141), 73-94.

Albaner und Türken in Jugoslawien. Minderheitenpolitik und innerparteilicher Diskurs Ende der 1950er Jahre. In: Zsolt Vitári (Hg.): Minderheiten und Mehrheiten in ihren Wechselbeziehungen im südöstlichen Mitteleuropa. Festschrift für Gerhard Seewann zum 65. Geburtstag. Pécs 2009, 339-352.